Der Gemeinderat von Nals hat in seiner Sitzung vom 29. Juli 2026 mehrere Beschlüsse in den Bereichen Haushalt, Raumordnung und Gemeindeentwicklung einstimmig gefasst.
Zu Beginn stellte Ingenieur Gunnar Holzer das Konzept für die energetische Sanierung des alten Teils des Kindergartengebäudes vor. Ziel ist es, den Altbestand aus den 1970er Jahren schrittweise auf den Klimahausstandard B zu bringen. Vorgesehen sind unter anderem die Dämmung von Fassade und Dach sowie die Erneuerung einzelner Böden, Türen und der Beleuchtung. Auch der Austausch der Fenster wird geprüft. Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 1,65 Millionen Euro geschätzt. Das Projekt soll bei der nächsten Ratssitzung ausführlich besprochen und dann weiter ausgearbeitet werden, damit die Gemeinde bei künftigen Förderaufrufen unmittelbar um Beiträge ansuchen kann.
Auf der Tagesordnung stand auch die Ratifizierung von zwei Haushaltsänderungen. Im Rahmen der neunten und zehnten Haushaltsänderung wurden verschiedene Mittel innerhalb des Gemeindehaushalts umgeschichtet. Zusätzliche Gelder fließen unter anderem in die Grünanlage des öffentlichen Schwimmbades, in die Großreinigung von Kindergarten und Grundschule sowie in verschiedene Instandhaltungsmaßnahmen. Das Strategiedokument wurde ebenfalls aktualisiert und um Arbeiten im St. Ulrichsheim, Baumkontrollen im öffentlichen Grün sowie die Sanierung eines Kellerraumes im Gastlokal Solis ergänzt.
Im Bereich Raumordnung genehmigte der Gemeinderat zwei Änderungen des Bauleitplanes. Zum einen wurde ein flächengleicher Tausch zwischen Landwirtschaftsgebiet und Wiedergewinnungszone genehmigt. Zum anderen werden in einer Unterzone des historischen Ortskerns die Durchführungsbestimmungen an die geänderte Berechnung der Bestandsdichte angepasst. Ebenfalls endgültig genehmigt wurde das Gemeindeentwicklungsprogramm für Raum und Landschaft. Nach der Behandlung der eingegangenen Einwände und der positiven Umweltprüfung werden die Unterlagen nun an das Land weitergeleitet. Nach der Genehmigung durch die Landesregierung kann der neue Gemeindebauleitplan ausgearbeitet werden.
Bürgermeister Eduard Gasser berichtete, dass die Konzession für das öffentliche Schwimmbad im Herbst neu ausgeschrieben wird. Die Trinkwasserversorgung im Dorf sei trotz Trockenheit derzeit gesichert.
Vizebürgermeisterin Angelika Ebner Kollmann berichtete, dass für die Sommerbetreuung kurzfristig Ersatz für eine ausgefallene Betreuungsperson gefunden werden konnte. Weiters informierte sie über die Tarife im Kindergarten sowie über die Sanierung einer Wohnung im St. Ulrichsheim, die im Zuge der von der Landesregierung angestrebten Aufteilung von Migranten auf alle Gemeinden Südtirols künftig einer Mutter mit ihrem Jugendlichen zur Verfügung gestellt wird. Die neu angeschaffte Küche könne nach erfolgtem Neubau des St. Ulrichsheimes auch in einer neuen Wohnung weiterverwendet werden. Im Sprengelrat Überetsch werden zudem gemeindeübergreifende Fortbildungen für Bürger vorbereitet, unter anderem zu Erster Hilfe bei Kindern und zur psychischen Gesundheit.
Referentin Monica Hoffer berichtete über die Planungen im sozialen Wohnbau. Das Wohnbauinstitut hat alle Gemeinden ersucht, bis Anfang August den Wohnungsbedarf sowie mögliche Baugründe zu melden. Derzeit gibt es in Nals 22 Wohnungen des Wohnbauinstituts, zwölf Personen befinden sich auf der Rangliste. Nun wird geprüft, ob ein geeignetes Grundstück zur Verfügung gestellt werden kann.
Referent Werner Lintner informierte über Erneuerungsarbeiten am Gebäude der Schwimmbadbar. Zudem arbeitet die "Arbeitsgruppe Sportzone" weiter an der Neugestaltung des Areals. Die Projektierung soll in naher Zukunft beginnen.
Jugendreferent Max Anton Ratschiller berichtete, dass für den geplanten neuen Jugendraum Angebote für die anfallenden Arbeiten eingeholt wurden. Außerdem wird gemeinsam mit dem Jugenddienst das Projekt „Turbo“ weiterentwickelt, um Jugendlichen Beteiligungsmöglichkeiten an Entscheidungen im Dorf zu bieten.